This Summer, Back to SchülerAkademie

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Ich freue mich in diesem Sommer wieder bei einer Deutschen SchülerAkademie mitwirken, für mich die Mutter aller Sommerakademien. 

(Imagefilm von Bildung & Begabung e.V. dem Träger der Akademien seit 1988.)

Zusammen mit meinem Studienfreund Matthias Bröcheler bieten wir einen Kurs zum Thema “E-Democracy – Chance für partizipatorische Demokratie” an. Gemeinsam mit 16 Teilnehmern untersuchen wir informatische, soziologische, mathematische, politikwissenschaftliche, und statistische Perspektiven auf die essentielle Frage, wie postindustrielle, liberale Demokratien Einigkeit in Vielfalt heute organisieren können. Am Schnittpunkt unserer beider Interessen und Fachgebiete: Politik und EDV, Sozialwissenschaft und Informatik liegt dieses Thema, mit dem wir unsere Teilnehmer für transdisziplinäre Abenteuer gewinnen wollen.

“Democracy’s won!” schreibt Charles Krauthammer am 3. April 1989 in der Washington Post, wenige Monate vor dem Zusammenbruch der kommunistischen Diktaturen in Osteuropa. Ist das wirklich “das Ende der Geschichte” (Fukuyama 1989)? Andere sind skeptischer: Der erste afro-amerikanische Bundesrichter William H. Hastie warnt: “Democracy is not being, it is becoming. It is easily lost, but never finally won”. 

Klar scheint, dass die konkrete Organisation demokratischer Systeme keine einfach Aufgabe ist und sich heute neue Herausforderungen stellen:  Sind wir durch Parteien und Abgeordnete noch angemessen repräsentiert? Was tun gegen – oder trotz – politischer Apathie und Ignoranz? Wie können wir mehr Menschen an Entscheidungen beteiligen? Was bedeuten neue Parteien (die Linke) für etablierte Demokratien?

Auf der anderen Seite birgt der informationstechnologische Fortschritt vielversprechende Chancen: Können tausende Bürger in einem Wiki zusammen Gesetze schreiben?  Wie finden und nutzen wir Experten im Internet? Kann neue Technologie bessere, fairere und elektronische Wahlverfahren ermöglichen?

Diesen und anderen Fragen demokratischer Entscheidungsfindung gehen wir in einer transdisziplinären, problemorientierten Betrachtung nach und integrieren dabei Perspektiven aus Informatik, Soziologie, Mathematik, Politikwissenschaft, Statistik, Verhaltensökonomie, Psychologie und Spieltheorie.

Nach einer Aufarbeitung der historischen, theoretischen und normativen Grundlagen demokratischer Ordnung vergleichen wir verschiedene demokratische Systeme, klären kontrastierende Muster und untersuchen verschiedene Modelle. Wir komplettieren unsere Betrachtung durch eine Vorstellung von empirischen Daten und theoretischen Argumenten über die Krise der (repräsentativen) Demokratie.

Um schließlich fundierte Lösungsperspektiven entwickeln zu können, erarbeiten wir uns ein Verständnis von und die Verständigung zwischen den bearbeiteten akademischen Disziplinen. Der Informatik kommt eine Schlüsselrolle zu, weil deren formaler Sprachen (etwa: UML) uns helfen, das Gelernte und Erdachte zu integrieren.

Als Höhepunkt und Ergebnis der Kursarbeit entwickeln Teilnehmende auf Grundlage der gemeinsamen Arbeit Perspektiven für Political Systems Engineering, untersuchen, wie neue Informationstechnologie die Bedingungen demokratischer Entscheidungen ändern, und vielleicht verbessern kann. Bei ausreichend Zeit und Interesse runden eine experimentelle Anwendung und Auswertung auf der Akademie das Projekt ab.

(Aus der Programmheft über den Kurs 2.4 “E-Democracy” auf der Deutschen SchülerAkademie 2009 in Braunschweig).

DSA-Brunswick-Campus

Der Campus der CJD Christopherusschule Braunschweig, sommerliche Heimat für zwei SchülerAkademien

Die Deutsche SchülerAkademie ist ein Programm aus der Begabtenförderung von Bildung & Begabung e.V., finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft zusammen mit weiteren Förderern. Auf insgesamt 9 SchülerAkademien arbeiten in den Sommermonaten begabte Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10-12 an anspruchsvolle Themengebieten, angeleitet von (zumeist) jungen Wissenschaftlern, Lehrern und Experten. Die Kursarbeit wird gleichberechtigt ergänzt durch ein umfangreiches, offenes kursübergreifendes Programm, das Freiräume schafft für Musik und Kunst, Sport und Spiel, Gespräch und Atmosphäre.

Ich hatte 2002 das große Glück von meiner Schule, dem Gymnasium Syke, zur Teilnahme bei einer Deutschen SchülerAkademie empfohlen worden zu sein. Die 16 Tage im Kurs “Fortsetzung folgt… – die TV-Serie als Schnittstelle populärer Kultur“, die Gespräche, Atmosphäre und der eklatante Schlafmangel, die eine  Akademie darüber hinaus ausmachen, waren für mich eine wertvolle Erfahrung, die ich nicht missen möchte.

Ich freue mich, im Sommer ein bisschen dieser Chance zurück zu geben, mit einem großartigen Team eine neue Akademie zu erfüllen und einen spannenden Kurs zu bearbeiten, auf dessen Teilnehmer Matthias und ich schon sehr gespannt sind.

Das wird der Sommer.

One thought on “This Summer, Back to SchülerAkademie

  1. Pingback: I’m Off to DSA « Max Held’s Blog

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